Agogô – mehr als Musik

 

Agogo ist der Name eine Stadt in Ghana, eines Flusses in Uganda, aber auch die Bezeichnung der Metallglocken in der Yorubasprache, welche in der brasilianischen und kubanischen Musik nicht mehr wegzudenken sind. Und Agogô ist die Band, welche nach langer, coronabedingter Pause «Rock in der Burgmaschine» vom Kulturforum Brandluft aus dem Dornröschenschlaf weckte.

 

nee. Mit seligem Lächeln, welches den ganzen Abend über nicht von seinem Gesicht wich, bearbeitete Gabriel Schildknecht sein Schlagzeug und entlockte ihm mit spielerischer Leichtigkeit den Puls der gespielten Stücke. Sein Pendant an diesem Abend, überzeugend mit seiner virtuosen Fingerfertigkeit, den unendlich komplexen Spielarten der afrikanischen Perkussion und ebenso strahlend ob der Freude, Musik zu machen, war Massa Koné. Mit seiner Präsenz, seinem von Rhythmus durchdrungenen Auftreten verhalf er der Band zu einem Quäntchen Leichtigkeit und Unbeschwertheit.

 

Komplettiert wurde die Band mit Fredi Meli, Bass und Werner Fischer an der Gitarre. Die Zuhörenden kamen in den Genuss eines Konzertes, welches von der Lust am Spiel, von gegenseitigen Respekt, einem musikalischen Geben und Nehmen und der unbändigen Freude, wieder spielen zu dürfen, geprägt war. Mit den virtuos gespielten Eigenkompositionen, aber auch den Stücken von John Scofield, John Mc Laughlin oder Mike Stern erzählten sie den Anwesenden von der Kraft der Musik. Sie liessen die Instrumente sprechen für alles, was nicht in Worte gefasst werden kann, und fanden damit den Weg direkt in die Seele der Zuhörenden.

 


Haiti vor und nach dem Erdbeben – wie hilft die Schweiz

Vortrag von Diepak Elmer

Diepak Elmer, Stv. Chef der Abteilung Lateinamerika & Karibik bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) berichtete spannend und gut verständlich, wie die Schweizer Internationale Zusammenarbeit Haiti und seine Bevölkerung unterstützt. Er war im August-September 2021 selbst im Erdbebengebiet im Einsatz als Stv. Leiter des Expertenteams des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe.

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 60% der Bevölkerung leben in Armut und 40% leiden an Mangelernährung. Im August 2021 erlebte Haiti ein schweres Erdbeben, bei welchem über 2,200 Menschen ihr Leben verloren und über 50,000 Privathäuser zerstört wurden. Die Karibikinsel ist zudem von einer schwachen Wirtschaft geprägt und einer instabilen politische Lage mit zahlreichen Unruhen.

 

Eine Stunde Apfelglück

 

Es war dieser zauberhafte, kindgerechte Mix aus Musik, Clownerie, Sehnsucht und Traum, welcher die anwesenden Kinder (und Erwachsenen) vom ersten Moment weg fesselte. Clownina Milu (Barbara Muggli) und Sängerin Lanik (Annick Langlotz) zeigten auf der Bühne die magische Verbindung zwischen Musik und einer zauberhaften Geschichte.

 

 

nee. Lanik, die Chanteuse aus der Weltstadt Paris, weltgewandt, präzise und wortreich, trifft auf die lebenslustige, vor Freude überbordende, leicht chaotische Milu. Mit ihrer kleinen, schmucken Handorgel soll sie die herumkommandierende, selbstbewusste Sängerin musikalisch begleiten. Nur, es erklingt kein Ton, Noten müssen her. Endlich die eine, die Richtige gefunden, flattert sie davon, frei und unabhängig, und kann erst mit Hilfe eines Notenständers festgehalten und endlich gespielt werden. Dies passiert alles vor dem grossen, prächtigen Apfelbaum, an dem ein einziger, knackiger, glänzend roter Apfel wächst. Wer darf ihn pflücken und essen? Dass hier diverse Konflikte vorprogrammiert sind, versteht sich von selbst.

 

Das intensive Mitfühlen der anwesenden Kinder (und Erwachsenen) zeigt klar, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer bereits ins Geschehene einbezogen sind – und auch aktiv einbezogen werden; sei dies beim Einsammeln von schwebenden, bunten Apfelballons oder beim angeleiteten Apfelsong. Vergnüglich begibt man sich mit Milu und Lanik auf eine kurzweilige, zauberhafte Reise, die plötzlich ihre Erfüllung findet, als der Apfelbaum sich in einen Luftballon verwandelt. Eine Drehung verursacht dieses Meisterstück und schon darf weitergeträumt werden von fernen Zielen, gemeinsamen Erlebnissen, vom Fliegen, Erobern und Entdecken.

 

Und so blieb Gret Menzi vom organisierenden Kulturforum Brandluft nach dem verdienten Applaus am Schluss nur noch, sich bei den beiden Künstlerinnen zu bedanken und die verzauberten Gäste in den Vorabend zu entlassen.